Freitag, 19. September 2008

70... oder das Alter

Gerstern Abend waren wir auf dem 70sten Geburtstag meines Onkels Lemmi.
Ich kannte viele Leute von früher, als ich gefühlte 5 Jahre alt war und meine Eltern noch ruderten.
Dann fing ich an zu rudern und man sah die Leute wieder... keine große Veränderung... mit 13 oder 14 hab´ich dann mit rudern aufgehört und mich nur noch dem Basketball zugewandt.
So habe ich einige der Ruderleute fast 15 JAhre nicht mehr gesehen... und was soll ich sagen... mensch sind die alt geworden!!!
... aber halt, wir waren ja schließlich auch auf dem 70. Geburtstag meines Onkels... merke siebzig!!!
Als meine Oma siebzig war hatte sie Enkel im Alter von 10, 9, 5 und 1 Jahr (<-mich)... das war 1980!
Gut jetzt kann ich mich nicht wirklich an meine Zeit als einjährige erinnern... aber als Kind waren Leute die 70 waren schon alt, sehr alt... und sie sahen auch alt aus.
Ich glaube früher war man schon mit 50 Jahren alt... das ist jetzt wirklich nicht böse gemeint, aber die Leute sahen schon mit 50 so aus, wie  unsere 70 jährigen heute. Und dazwischen liegen 20 Jahre!!!
Vielleicht liegts daran, dass die Menschen damals härter arbeiten mußten, vielleicht weil sie mindestens 1 Krieg mitgemacht haben... vielleicht auch daran, dass man sich ab einem gewissen alter auch so kleidete.
Ich kenne meine Oma nur mit grauen oder beige farbenen Sachen... wobei der Rock grau war, die Bluse weiß oder beige und die Schuhe irgendwie immer beige oder schwarz.
Ihr kennt doch diese typischen Oma-Schuhe... irgendwie sehen die alle gleich aus.
Von meiner Mutter weis ich, dass meine Oma sich seit dem 50 Lebensjahr so kleidete.
Ich habe meine Oma nie, wirklich nie in einer Hose gesehen, sonder immer in diesen farblosen standart Röcken, die über´s Knie gehen.
Dabei war meine Oma in ihrer Jugend ein ganz taffe Frau, sie war eine der ersten Frauen, die sich Hosenanzüge schneider ließ, sie ruderte... dann bekam sie ihre 4 Kinder... das letzte mit 42 jahren, meine Mutter... und wie gesagt meine Mutter kann sich auch nur daran erinnern, dass meine Oma wie oben beschrieben rumlief.

Eben schrieb ich, dass man früher mit fünfzig schon alt war.
Meine Mama ist jetzt 56... ich finde sie ist nicht alt... also keine Seniorin (Definition für Senior: gekleidet wie meine Oma).
Sie trägt Jeans, Stoffhosen, Pullover, Blusen, schreckliche Hemden und noch schrecklichere Kostüme! Wobei diese längst nicht mehr so schrecklich sind wie Anfang und Mitte der 90iger... ich glaube in dieser Zeit war sie temporär Farbenblind!!! ... die Dinger hängen heute noch in ihrem Schrank, vielleicht schaffe ich es ja mal ein Foto davon zu machen.

... oder werden Eltern einfach nicht alt... oder nicht so schnell alt?
Es sind ja schließlich meine Eltern!

Lemmi, der Jubilare von gestern ist für mich auch noch nicht so richtig alt... also schon älter als meine Eltern, aber eben nicht sehr viel... also er zeigt erste Senior-Erscheinungen, aber ganz harmlos und im beginner Stadium.

Gestern allerdings,  der Geburtstag, also als ich da rein kam, da dachte ich mir... ich bin in einem Senioren Kränzchen gelandet.
Das ist jetzt auch gar nicht böse gemeint, aber alle unter 30 (Martin ist 34) unter 35 (mist, meine Schwester ist 38)... also alle unter 40 jährigen waren irgendwie fehl am Platze und senkten den Alterdurchschnitt gewaltig!

Was??? Meine Schwester ist bald 40!!! Oh Gott!
Und nächstes Jahr werde ich 30!

... aber wir senkten eben nur den Altersdurchschnitt und eben nicht den Mentalendurchschnitt, oder sagen wir so, den gefühlten Alterdurchschnitt.

Ich glaube der Entscheidende unterschied zwischen alten Leuten von füher und heute ist:
Der Großteil der Leute fühlten sich alt, kleideten sich alt und dachten, dass sie alt sind.  
Auf diesem 70. Gebutstag gab natürlich auch welche von der Spezies... bleibt nicht aus, wenn 80 Leute in einem Raum sind.
Aber dei Großteil dieser Menschen fühlt sich mit jenseits der 50, 60 oder 70 immer noch so, wie wir uns fühlen, also mal 15, 18, 21 oder auch mal 25!

Montag, 1. September 2008

Eine kleine Frage...

... so war der Titel einer E-mail aus der Pressestelle der KjG DV Köln.
Hier die Fragen:

  • Bist du Feminist/Feministin?
  • Wenn ja: Wer oder was hat dich als Feministin/Feminist geprägt und beeinflußt (und warum)?
  • Wenn nein: Warum nicht? Bzw. wer oder was hat dich in meiner Meinung beeinflußt und bestärkt?

Puhh... erstmal... nicht eine Frage, sondern zwei...

Puhh... zweitens... ein schwieriges Thema, oder zumindest ein großes Thema, welches ich hinter des E-mail-Titels nicht vermutet hätte...

Puhh... und drittens ein interessantes Thema, mit dem ich mich bisher noch nicht wirklich auseinandergesetzt habe...


Dann hol´ich jetzt mal ganz weit aus:

Ich fand Viva 2 klasse... gute Musik... und das beste war Fast Forward
mit Charlotte Roche...
Ich mag also Charlotte Roche!
Anfang des Jahres brachte selbige ein Buch raus und löste somit mal wieder die Neue Feminismus-Welle aus... aber auch ein anderes Buch löste diese Welle auf´s neue aus.
Leider muß ich gestehen, daß ich beide Bücher noch nicht gelesen habe... Feuchtgebiete aber auf meiner To-Do-Liste steht!
Ich kenne mich also in diesem Feminismus-Metier gar nicht aus.
Von Alice Schwarzer weiß ich auch nicht was ich halten soll, da ich noch nie eine Emma zwischen den Fingern hatte.
Also lese ich mir mal die Feminismus-Definition von Wikipedia durch:


Der Feminismus ist eine politische Bewegung mit dem Ziel, die Gleichwertigkeit, Menschenwürde und Entscheidungsfreiheit von Frauen, die Selbstbestimmung über deren Leben und ihren Körper zu erreichen.


... ja das finde ich gut, das kann ich unterschreiben... weiter geht´s...


Er zielt auf eine Veränderung der Gesellschaft ab, in der die vom Feminismus analysierte geschlechtshierarchische Unterdrückung von Frauen nicht mehr vorkommt und die gesellschaftlichen Geschlechterverhältnisse durch Ebenbürtigkeiten geprägt sind.


...mhhh... kann ich auch unterschreiben, wobei mich das sehr an Gender-Mainstreaming erinnert... eben nur für Frauen... weiter geht´s...


Der Feminismus sieht die in der bisherigen Geschichte vorherrschenden Gesellschaftsordnungen als androzentrisch an und interpretiert diesen Umstand als Männerherrschaft (Patriarchat). Er interpretiert Ungerechtigkeiten als patriarchal verursacht und bezieht daraus seine Existenzberechtigung.


... schwierig!
Den ersten Satz finde ich soweit in Ordnung... aber beim zweiten schlackern meine Ohren... also ich halte diesen allgemeinen Rundumschlag, dass (alle) Ungerechtigkeiten patriarchialische Ursprungs sind für falsch!
... die Definition geht natürlich noch weiter, aber schauen wir uns noch wo anders um:


Feminismus [lat।], Richtung der Frauenbewegung, die die Befreiung der Frau durch Veränderung der geschlechtsspezif. Rollen erstrebt.


... so steht es in meinem Lexikon
(Meyers Taschenlexikon in 10 Bänden), dass ich zur Erstkommunion bekommen habe. ... und es hört sich für mich schon wieder sehr nach Gender-Mainstreaming an!


  • Bist du Feminist/Feministin?



Ehrlich gesagt, ich weiß es nicht!
Ich kann mich mit den allgemeinen Definitionen identifizieren. Ich kann mich aber nicht mit der Ideologie, oder besser gesagt, mit dem, was man bzw. ich mit dem Wort Feministin verbindet identifizieren.
Ich verbinde mit dem Wort Feminismus ganz grob gesagt: die Verwirklichung der Frau ohne Mann oder auf Kosten des Mannes in patriarcharischen Strukturen.

Ich finde die Gleichstellung von Mann und Frau in der Gesellschaft sollte selbstverständlich sein... in jedem Bereich.

Ich denke aber auch, dass es in unserer Gesellschaft viele männlich Strukturen gibt und sehr wenige Weibliche.

Das fängt schon bei unserer Demokratisch-Politischen Struktur an.

Nehmen wir doch mal unsere Diko/Buko... insbesondere die Redebeiträge
wärend der Konferez... ich denke das Verhältnis ist mindesten 2/3
männliche Redebeiträge zu 1/3 weiblich Redebeiträge im Plenum.
Aufschluß gibt natürlich nur das Protokoll...

Sitzen die Konferezteilnehmer jedoch in Kleingruppen, z.B. wärend der
Bildungsteils ist das Verhältnis der Redebeiträge -meiner Meinung nach-
ausgeglichen.
... daraus schließe ich für mich, das solch eine Struktur (Kleingruppe) weiblichen Bedürfnisse eher entspricht, als ein großes Plenum. Meine Theorie könnte sich durch die geschlechtsspezifische Betrachtung der Sitzplatz-Verteilung im Stadtrat, im Landtag oder Bundestag bestätigen. Ich glaube diese Strukturen entsprecht nicht "allgemeinen weiblichen Bedürfnissen"... hört sich blod an... ich weiß aber nich wie ich es anders ausdrücken soll.

  • Wenn ja: Wer oder was hat dich als Feministin/Feminist geprägt und beeinflußt (und warum)?Wenn nein: Warum nicht? Bzw. wer oder was hat dich in meiner Meinung beeinflußt und bestärkt?
... oder besser gesagt...
  • Warum weiß du nicht, ob du eine Feministin bist?

Ich sehe in 90 Prozent der Fälle den Menschen mit dem ich rede, mit dem ich mich unterhalte, oder den ich gerade kennen lerne.... und nicht, ob es ein Mann oder eine Frau ist.

Ich fühle mich auch als Teilnehmer angesprochen und brauche die anrede als Teilnehmerin nicht. Ich find das Binnen I (... oder wie auch immer man es nennt) aber gut, und möchte es z.B. bei Ausschreibungen lesen und sehen.

So und bis jetzt habe ich immer noch nicht auf die Frage geantwortet... mhhh...
ich glaube wirklich, die beste Antwort die ich geben kann, ist diese.

Feminismus ist eine sehr vielfältige Strömung... mit vielen unterschiedlichen Ansätzen und Ideologien. Wie in jeder politischen Bewegung, gibt es auch radikale Tendenzen.
Da ich bisher mit dem Wort Feminismus und Feministin eher die alten bzw. für mich radikaleren Tendenzen verbunden habe hätte ich mich bisher nicht als Feministin bezeichnet.
Jetzt allerdings... nachdem ich mich ein kleines bisschen in diesen Bereich eingelesen habe, möchte ich unbedingt "Wir Alphamädchen" lesen... (wenn´s nur nicht so teuer wäre)... und mich mit dem Thema näher beschäftigen.
Vielleicht bekomme ich dann zu den Wörtern Feminismus und Feministin eine neue Assoziation und werde mich künftig ("ganz heimlich") als Feministin bezeichnen.




Liebe Steffi,
ich danke dir und dem Transparentteam für den Denkanstoß. Die geitige Arbeit sich mal wieder auf ein Thema einzulassen, auseinander zu setzten und sich eine Meinung zu bilden. Leider ist es mir noch nicht möglich, dir/euch eine kurze Antwort zu geben... aber vielleicht konnte ich euch ein wenig näher bringen, welche Welle du bzw. ihr -zumindest bei mir- losgetreten habt.
Ich danke Dir/Euch dafür!